Zahnerhaltung

Füllungstherapie

Silberamalgame:

Silberamalgame sind weltweit das meistverwendete plastische Füllmaterial im Seitenzahnbereich. Amalgame sind einfach zu verarbeiten, sind kaudruckstabil, halten sehr lange und sind zudem relativ preiswert.
Seit geraumer Zeit wird ein möglicher negativ sich auswirkender Quecksilbergehalt auf den Organismus diskutiert und untersucht. Wissenschaftliche Studien haben aber bislang gezeigt, dass die Verwendung von Amalgam unbedenklich ist. Nur bei Quecksilberallergien oder bei Nierenleiden ist die Amalgamfüllung kontraindiziert und die Krankenkassen übernehmen in diesen Fällen auch die Kosten für die kostenintensivere Füllung.
Es gibt eine Vielzahl von Amalgamalternativen, die jedoch alle im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit und die Eigenschaften des Amalgams keinen gleichwertigen Ersatz darstellen.

Glasionomerzemente:

Glasionomerzemente, bestehend aus Polyacrylsäure und Füllkörpern wie Silikatglas, sind zahnfarben, haften gut am Zahn und sind einfach zu legen. Außerdem geben sie Flourionen ab, dies soll zur Stabilisierung der Zahnsubstanz des ehemals kariösen Zahnes führen. Jedoch ist ihre mechanische Stabilität sehr eingeschränkt, so dass sie sich im Wesentlichen für Füllungen der Zahnhälse eignen oder als Langzeitprovisorium ( 2-3 Jahre) zum Einsatz kommen.

Kompomere:

Kompomere sind Füllmaterialien aus einer Kombination von Glasionomeren und Kunststoffen. Sie vereinen die guten Hafteigenschaften des Glasionomerzementes mit den ästhetischen Vorteilen von Kunststoffen.
Die Haltbarkeit beträgt etwa 3-5 Jahre. Ihre Indikation habe Kompomere vor allem im Milchgebiss, als Zahnhalsfüllungen sowie bei kleineren, nicht kautragenden Füllungen im Seitenzahnbereich.

Komposite:

Komposite sind zahnfarbene Füllungsmaterialien. Es handelt sich um Verbundstoffe aus ca. 80% Glas- und Keramikpartikeln. Der Kunststoffanteil beträgt nur etwa 20%. Bei hochwertigen Komposites stehen verschiedene naturgetreue Farben und Transparenzen zur Verfügung, so dass die verschiedenen Zahnschichten nachimitiert werden können.
Mit zahnfarbenen Komposites können im Frontzahnbreich sowie bei kleineren und mittleren Seitenzahnfüllungen hervorragende Langzeitergebnisse erreicht werden. Das Legen einer solchen Kompositefüllung ist allerdings sehr aufwendig und zeitintensiv, da ein schrittweise Vorgehen unerlässlich ist. Nach entsprechender Zahnvorbehandlung (Ätz-Klebe-Technik) wird das Komposite nach Zahnfarbenbestimmung schichtweise in den Zahn eingebracht und durch ein Speziallicht gehärtet.
Bei sorgfältiger Verarbeitung und regelmäßiger adäquater Mundpflege beträgt die Haltbarkeit der Kompositefüllung etwa 6-8 Jahre. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich anteilig an den Kosten in Höhe der entsprechenden Amalgamfüllung.

Einlagefüllungen/Inlay:

Einlagefüllungen werden im Unterschied zu plastischen Füllmaterialien im Zahnarztlabor hergestellt und dann in den Zahn einzementiert bzw. eingeklebt. Nach Kariesentfernung und Abdrucknahme fertigt der Zahntechniker am Modell die Einlagefüllung. Zwischenzeitlich wird der Patient mit einem provisorischen Füllmaterial versorgt und die Einlagefüllung kann in einer der nächsten Sitzungen eingegliedert werden.
Das Inlay kommt in der Regel im Seitenzahngebiet zur Anwendung und ersetzt Teile der Kaufläche. Sind kautragende Höcker mit einzubeziehen, so sprechen wir von einem Onlay (Kuppelfüllung). Die Übergänge zum Inlay auf der einen Seite wie auch bereits zu einer Teilkrone auf der anderen Seite sind fließend. Eine Einlagefüllung kann aus verschiedenen Materialien wie Gold, Keramik, galvanischer Keramik ( Kombination aus Gold und Keramik ), Titan oder selten aus Kunsstoff hergestellt werden.

Das Goldinlay ist seit Jahrzehnten auch heute noch der "Goldstandard", der höchsten Ansprüchen an Langlebigkeit, Mundbeständigkeit , Passgenauigkeit und Stabilität genügt. Durch spezielle Präparationstechniken ( Federrand ) sowie durch die Möglichkeit des Glättens hin zum Zahn kann ein bestmöglicher Randschluß zum Zahn erreicht werden. Damit sind Haltbarkeiten bis zu 20 Jahren zu erreichen.

Mit modernen Vollkeramikinlays sind unter ästhetischen Gesichtspunkten optimalste Ergebnisse erzielbar. Diese Keramikinlays können im Labor dann noch so bemalt werden, dass praktisch kein Unterschied zum natürlichen Zahn zu bemerken ist.

Auch bei Einlagfüllungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in Höhe der Amalgamfüllung, den Mehrbetrag muss auch hier der Patient tragen.

! In Einzelfällen ist bei allen Füllmaterialien eine Unverträglichkeit nicht hundertprozentig auszuschließen, sind bei Ihnen Allergierisiken bekannt, dann informieren Sie uns bitte darüber. !

Endodontie

Durch Zahnfäule (Karies), chemische, toxische oder thermische Reize oder auch durch mechanische Traumen kann ein Zahn absterben und es kommt zu einer akuten oder langsam voranschreitenden Infektion im Zahn, die auch das Zahnbett und den umliegenden Knochen erreichen kann.
Bakterien dringen in das Zahnmark vor und es entsteht möglicherweise eine sehr schmerzhafte Entzündung. Der Patient kann nicht richtig zubeißen und/oder hat spontane pulsierende bzw. heftige stechende Zahnschmerzen. Eine chronische Entzündung ist meistens als Zufallsbefund auf einem Röntgenbild zu sehen.
Auch bei einer bereits stattgefundenen Nervbehandlung kann es durch eine Reinfektion zu erneuten Beschwerden kommen. Die in allen Fällen notwendige Wurzelbehandlung beginnt mit der Lokalanästhesie. Danach wird das infizierte Gewebe bzw. die alte Wurzelfüllung im Zahn entfernt und der entstandene Hohlraum durch spezielle Spüllösungen gereinigt.
Eine wandständige, bakteriendichte Wurzelkanalfüllung bis zur Wurzelspitze ist das Ziel der Therapie. In den meisten Fällen ist im Anschluss ein Stiftaufbau mit nachfolgender Zahnüberkronung zum dauerhaften Zahnerhalt notwendig.